Willkommen
Über uns
Termine
Vorstand + Beirat
Mitglieder
Mitglied werden
Sponsoren
Unsere Heimatstube
Der Heimatfreund
Shop
Über Beetzendorf
Bild des Monats
Bildergalerie
Nützliche Links
Gästebuch
Kontakt
Impressum

 


Ansichtskarten erzählen die Geschichte von Beetzendorf

Einen Einblick in die Beetzendorfer Geschichte geben auch die vielen Ansichtskarten, die es von unserem Heimatort gibt. Da drängt sich die Frage auf, warum gibt es von einem relativ kleinen Ort, im Vergleich zu den großen Städten, so viele verschiedene Ansichtskarten? Gründe dafür gibt es sicher viele:

In den früheren Jahren wurde viel mehr geschrieben als heute, denn nur wenige Menschen besaßen ein Telefon.
In Beetzendorf wohnten zeitweise durch die Haushaltungsschule, die Mittelschule und die Erweiterte Oberschule viele Auswärtige, die sich oft zu Hause „meldeten“ und Bilder von ihrem derzeitigen Wohnort zeigen wollten.
Es gab in Beetzendorf mehrere Verlage, die Ansichtskarten druckten. Bekannt sind die Verlage: Dahl, Dehn, Gerstenkorn, Jordan, Meyer und Schubert. Aber auch Verlage, die nicht in Beetzendorf ansässig waren, produzierten Ansichtskarten mit Beetzendorfer Motiven.
Die große Anzahl von Beetzendorfer Ansichtskarten zeigt auch, welche große Bedeutung Beetzendorf früher einmal für die Region hatte.
Ansichtskarten waren auch schon in früheren Jahren beliebte Sammlerobjekte.

Eine kleine Historie zur Entwicklung der Ansichtskarte finden Sie unterhalb der Bilder.


Zur vergrößerten Darstellung bitte auf die jeweilige Ansichtskarte klicken.

Kleine Historie

Mit der Einführung der Ansichtskarte im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts wurde eine völlig neue Art der Kommunikation geschaffen. Man muss bedenken, dass die Fotografie noch in den Kinderschuhen steckte. Es gab zwar schon Möglichkeiten aktuelle Ereignisse im Bild festzuhalten, doch es gab kaum Mittel diese Bilddokumente zu kommunizieren. Viele politische oder gesellschaftliche Ereignisse wurden somit oft zum Motiv einer Bildpostkarte und man konnte Freunden und Bekannten darüber berichten; die Schlagworte und Symbole der Karten erzählten viel über Meinungen, Einstellungen und politische Ansichten. Diese Kartenmotive ließen somit Einblicke in die Alltagsgeschichte zu. Neben diesen “wahren Zeitdokumenten” kamen natürlich die Grußkarten mit Sehenswürdigkeiten von nah und fern und die unzähligen Themenkarten. Diese Karten drückten in Bildern vieles aus was der Absender oft durch geringe Bildung nicht mitteilen konnte. Entgegen dem Brief war er “gezwungen”, kurze Mitteilungen zu machen, oder er konnte das Bild oder den Spruch auf der Karte für sich sprechen lassen. Kein Wunder also, dass die Ansichtskarten schon kurz nach Ihrer Einführung einen enormen Aufschwung nahmen.

Grobe Einteilung der meist verwendeten Druckarten für Ansichtskarten nach Zeit:
bis 1894: einfarbige Lithografien
1895 bis 1906: mehrfarbige Chromolithografien
1914 bis 1965: s/w Echtfotokarten
ab 1970: farbige Echtfotokarten

1870
Am 16. Juli bedruckte der Hofbuchhändler August Schwarz eine “Korrespondenzkarte” mit dem Bild eines Kanoniers und schickte sie zu seinen Schwiegereltern nach Magdeburg. Diese Karte wird allgemein als erste Ansichtskarte angesehen. Als am 19. Juli 1870 der Deutsch-französische Krieg ausbrach, bewährte sich das gerade geschaffene Medium; als Feldpostkarte wurde sie kostenlos zwischen Front und Heimat befördert. In den ersten 2 Monaten nach Einführung wurden schon 2 Millionen Ansichtskarten verkauft!

1872
Seit dem 1. Juli 1872 wurden in Deutschland private, nicht von der Post hergestellte Motivpostkarten zugelassen.

1885
Private Verleger im Deutschen Reich durften nunmehr offiziell private Bildpostkarten herstellen. Die Ansichtskarte wurde somit zum industriell gefertigten Massenartikel und Deutschland hatte sehr schnell die Vormachtstellung in Design, Technik und Verbreitung der Ansichtskarte erworben.

1905
Bis 1905 durfte auf der Adressseite nur die Anschrift stehen, so dass eigentlich kein Platz für Mitteilungen war. Es konnte also nur auf der Bildseite geschrieben werden. Bei vielen Karten aus dieser Zeit wurde deshalb von den Druckern auf der Bildseite ein schmaler Streifen oder eine Ecke Platz für die “Tausend Grüße und Küsse“ frei gelassen. Wer damit nicht auskam, schrieb einfach über die Bildseite. Aus dieser Zeit stammen auch die meisten “Gruß aus ...” - Karten, die heute - wie damals - in Sammlerkreisen sehr beliebt sind. Erst 1905 wird die geteilte Adressseite, für Mitteilungen an den Empfänger, von der Postverwaltung zugelassen. Dies ist heute ein wichtiges Merkmal die Herstellungszeit einer Ansichtskarte grob zu bestimmen. Die Post zählt 1905 eine halbe Milliarde versendeter Ansichtskarten.

Zwei historische Ansichtskarten (mehrfarbige Chromolithografien) mit Beetzendorfer Motiven. Bis 1905 stand der Grußtext nur auf der Bildseite.